„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte.

Die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen.

Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles.

Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.

Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen.

Und wenn Sie das tun, haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.

John Ruskin, engl. Sozialreformer, 1819 – 1900”

 

"Eine Maine Coon bitteschön, aber möglichst billig!"

Ja, geht das denn?

 

Mittlerweile werden Maine Coons wie Sand am Meer angeboten. Aber ist alles, was als Maine Coon angeboten wird, auch wirklich eine?
Ein Kätzchen als Maine Coon zu verkaufen, ist scheinbar ein luxuriöses Geschäft geworden. Hat es einen buschigen Schwanz ist "sicher eine Maine Coon drin". Manchmal bekommt man sogar eine Maine Coon in Europäisch-Kurzhaar-Haarkleid angeboten (?). Manchmal weiß man nicht ganz: Hat das vermeintliche Maine Coon Kätzchen nicht eher ein Persergesicht? Oder doch den Kopf einer Hauskatze?
Andererseits sehen sie manchmal richtig umwerfend aus, ganz bestimmt nach echter Maine Coon - aber wie eng verwandt sind die Elterntiere, wie hoch der Inzuchtgrad?
Oft dauert es nicht lange und man merkt, dass man für die billige "Maine Coon" einen völlig überhöhten Preis bezahlt hat. Von Glück kann man reden, wenn nicht zusätzlich noch viel Lehrgeld beim Tierarzt hingelegt werden muss.

Nach den Regeln der Wirtschaft ist es nicht möglich, mit wenig Geld etwas Hochwertiges zu erwerben.
Mit billiger Massenzucht wurde noch jede Tierrasse in den "Boden gezüchtet".

Ein Stammbaum, wozu ist denn das nötig? Das dient ja nur zur Preistreiberei!

Er dient als Abstammungsnachweis und als "Garantieschein", ein echtes Maine Coon Kätzchen erworben zu haben. Enge Verwandtschaftsverhältnisse werden für den Laien vielleicht nicht gleich am ersten Blick, aber sicher beim zweiten Blick aufgedeckt. Starke Inzuchtverpaarungen sind damit unmöglich. Die Ausrede, man züchte ohne Stammbaum, damit man seine Tiere nicht von Ausstellung zu Ausstellung schleppen muss, gilt nicht. Manche Verbände stellen ohne Ausstellungstitel Stammbäume aus, der Grund liegt in der Erhaltung der genetischen Vielfalt.

Warum verlangt ein sogenannter "seriöser" Züchter soviel für seine Maine Coon?

Ein seriöser Züchter wählt seine Zuchttiere ganz genau nach Abstammung aus. Er kennt deren Vitalität und Gesundheitszustand sowie auch den der Vorfahren. Er lässt seine Tiere auf Zuchttauglichkeit testen, selektiert zuchtuntaugliche Tiere VOR einer Verpaarung aus und trägt ohne mit der Wimper zu zucken die Kosten, die daraus entstehen.

Er verpaart unter Rücksichtnahme möglichst niedriger Inzuchtwerte und hofft, dass Kater und Katze auch damit einverstanden sind. Wenn alles klappt, gibt es einmal Nachwuchs - im Durchschnitt 4 Stück. Er zieht sie liebevoll auf, nimmt sich 12 Wochen oder länger dafür Zeit, scheut keine Kosten und keinen Aufwand, damit die Kleinen einen guten Start ins Leben haben. Irgendwann sind die Kleinen dann so groß, dass sie ausziehen können. Bis dahin haben sie sich ins Herz des Züchters geschlichen und er hofft, dass das neue Heim, in das sie ziehen werden, ein liebevolles ist.

Jeder Züchter weiß, dass echte, gesunde Maine Coons keine Schnäppchen sind und wird Sie verstehen, wenn Sie beim Preis zuerst einmal schlucken. Trotzdem bedenken Sie bitte, dass dem seriösen Züchter nur der immaterielle Gewinn bleibt, die kleinen süßen Racker in ihrer Entwicklung als Baby begleitet zu haben.


 

Mit freundlicher Genehmigung von
Birgit Pichorner - www.carinthiancoons.com

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29.08.2010